
Daniel Plitzko
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24.02.2026, 18:00
Wir bei Lucent Code arbeiten nach einem an unsere Bedürfnisse angepassten Scrum-System. Unser Team arbeitet in zweiwöchigen Sprints, nach jedem Sprint machen wir eine Retrospektive und ein Planning für den nächsten Sprint. Außerdem halten wir tägliche Standup-Meetings ab, bei denen jeder im Team die drei klassischen Fragen beantwortet:
Ich muss dabei gestehen, dass wir das Standup nur an unseren Office-Tagen tatsächlich im Stehen abhalten, wenn wir alle im Büro sind.
Damit die Meetings und Standups nicht zu eintönig werden, wählen wir jedes Jahr ein Thema, nach dem wir unsere Sprints benennen. Alle zwei Wochen ist dann ein Teammitglied an der Reihe, den konkreten Namen für den Sprint zu wählen.
Über die Jahre sind dabei ein paar coole Themen zusammengekommen. Anfangs haben wir es simpel gehalten und eine Liste von Marvel-Charakteren von Wikipedia herangezogen – einen nach dem anderen.
2023 sollten die Teammitglieder dann ihre Lieblings-Game-Charaktere wählen. Und von da an wurde es nur noch kreativer.
Im Jahr 2024 haben wir uns für U-Bahnhöfe in Berlin entschieden. Alle zwei Wochen wählte ein Teammitglied eine neue Station – aber nicht frei: Man musste vom vorherigen U-Bahnhof zum neuen per U- oder S-Bahn gelangen können. Alle zwei Wochen wurde also der BVG-Plan konsultiert, um einen passenden Bahnhof zu finden.
Unser Whiteboard für die Retrospektive wurde natürlich mit Bildern des jeweiligen Bahnhofs versehen, farbige Linien zeigten alle Umstiegsmöglichkeiten an, und selbst die Fahrzeugtypen, die dort fuhren, wurden mit kleinen Bildchen dargestellt.
Für 2025 entschieden wir uns, von der U-Bahn auf Flugzeuge umzusteigen – die Sprints wurden nach Flughäfen benannt.
Die individuelle Auswahl durch ein Teammitglied wurde durch einen demokratischen Prozess ersetzt: Vor jedem Sprint gab es eine Abstimmung, und das Land mit den meisten Stimmen wurde „bereist". Auch hier galten Bedingungen – zwischen dem letzten und dem nächsten Flughafen musste ein Direktflug möglich sein. Ein Teammitglied hat jedes Mal tatsächlich die Flüge gecheckt. Einen Flughafen doppelt anzufliegen war natürlich ausgeschlossen.
Im Nachhinein war es interessant zu beobachten, dass das Team im demokratischen Prozess kollektiv entschieden hat, kein einziges Mal in Russland oder in den USA zu landen.
Für die Retrospektiven wurden wieder Bilder und Informationen auf das Whiteboard gesetzt: Flugzeugtyp, Flugdauer, Distanz und CO₂-Ausstoß.
Für dieses Jahr haben wir uns von Transportmitteln verabschiedet und widmen uns einem persönlicheren Thema: Bands – den echten Lieblingsbands aus dem Team.
Wie schon am Anfang ist alle zwei Wochen ein Teammitglied an der Reihe, eine Band zu wählen. Und der Sprint wird nicht nur nach ihr benannt.
Schon seit einer Weile nutzen wir im Standup einen Zufallsgenerator, um zu entscheiden, wer als nächstes dran ist: ein Glücksrad, auf dem alle Teammitglieder mit Namen eingetragen sind. Das Rad wird angeworfen, bleibt irgendwo stehen – Konfetti-Animation inklusive –, der Name wird automatisch vorgelesen und ein zufälliger Sound gespielt.
Da wir ein Team voller Softwareentwickler sind, war es natürlich nur eine Frage der Zeit, bis jemand das Rad für das neue Thema "Bands" neu bauen wollte. Herausgekommen ist eine Version, die beim Drehen einen Ausschnitt aus einem Song der aktuellen Sprint-Band abspielt. Jeden Morgen im Standup hören wir also gemeinsam rein – und lernen nebenbei den Musikgeschmack unserer Kollegen kennen.
Optisch hat sich das Rad dabei ebenfalls verwandelt: Es sieht jetzt aus wie ein echter Plattenspieler mit sich drehender Vinyl-Schallplatte und beweglichem Tonabnehmer.
Was als kleines Ritual begann, ist inzwischen ein echtes kleines Stück Teamkultur geworden – und ein gutes Beispiel dafür, wie viel Spaß es macht, wenn Entwickler anfangen, ihre eigenen Tools zu bauen.
Ihr könnt unser Musik-Wheel auch gern selbst ausprobieren: https://wheel.intern.lucentcode.com/
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